Freiwillig Unterwegs - Aktion Sühnezeichen Friedensdienst: Freiwilligendienst im Ausland

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Willkommen zu einer neuen Folge von ›Victors Welt‹

Victor Haner
EIRENE-Freiwilliger in Lupeni (Rumänien)
Projekt: Impact-Camp und Impact-Club für Kinder und Jugendliche

Freiwilligendienst in Rumänien (Lupeni)

Ja, mir geht es gut hier unten. Habe mich an die Sprache und an die Leute gut angepasst. Und nun zu meiner Arbeit:

Ich – ein Pädagoge?

Die Arbeit mit den Kindern ist unheimlich schön und unheimlich anstrengend zugleich. Denn wir haben auch ein paar echte Härtefälle. Als erstes ging mir dabei durch den Kopf, ob ich denn als Kind genauso war. Und zum ersten Mal kann ich meine Eltern und Lehrer wirklich verstehen. Es ist so krass, wie sehr sich Jugendliche daneben benehmen können. Aber ich war von mir selbst überrascht, wie natürlich mein Umgang mit den Kids und der Gruppe war, obwohl das ja alles Neuland für mich ist.

Zur Abwechselung ein EIRENE-Zwischenseminar

Wir waren alle sehr gespannt, wie das Seminar wohl werden würde. Für mich war es schließlich das erste Treffen mit den anderen Freiwilligen. Ich war so etwas von positiv überrascht. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es so gut tun würde, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das schöne an diesen Seminaren ist, dass man innerhalb kürzester Zeit die Menschen um sich herum recht gut kennen lernt und mit einem Haufen Lebenserfahrung nach Hause zurück kehrt. Das Schlechte daran ist, dass man sich so schnell, wie man sich kennen gelernt hat, wieder trennt.

Freiwillgendienst in Rumänien (Lupeni)

Sommer: Das Camp auf dem Berg

Ich bin diesen Sommer so gereift wie noch nie. Knappe zwei Monate waren wir nun hier oben auf dem Berg. Alles fühlt sich stärker an als unten, alles ist intensiver. Das Programm mit den Kindern geht von morgens bis abends. Momente, um dem Geist die nötige Ruhe zu verschaffen und zu verschnaufen, gibt es dabei eher selten, und der Stress mit den Kindern ist ziemlich groß. Ich will damit nicht sagen, dass mein Job nicht schön sei, sondern dass man sehr viel Verantwortung für die Kinder trägt. Dabei ist es nicht all zu lange her, da war ich es, der im Schullandheim die Dummheiten machte und nur Streiche im Kopf hatte...

Freiwilligendienst in Rumänien (Lupeni)

Im Camp geht es darum, die Kinder so schnell wie möglich mit unseren Regeln und Prinzipien vertraut zu machen. Sie lernen hier, was Vertrauen, Respekt und Mut bedeuten. Wir fangen mit leichten Vertrauensübungen an und gehen immer weiter, bis die Gruppe spürt, dass sich jeder auf jeden verlassen kann.

Oftmals ist das schon ziemlich schwer, da wir häufig mit Problemkindern zu tun haben. Die Stimmung bleibt aber witzig und ausgelassen, da man ja schließlich ins Abenteuercamp fährt. Entsprechend schwer fällt allen der Abschied. Mein persönliches Kind der Woche hat mir ihr erstes gut gezeichnetes Bild geschenkt. Viele haben geweint, und auch mir war zum Heulen zumute.

Freiwilligendienst in Rumänien (Lupeni)

Herbst: Mein Alltag im Tal

Die Zeit im Camp ging schnell vorbei, ich bin jetzt wieder in Lupeni. Im Gegensatz zum Frühling fühle ich mich in Rumänien heimisch. Obwohl ich mich als gebürtiger Rumäne von Anfang an gut verständigen konnte, lese ich inzwischen auch rumänische Bücher und schreibe viel besser als zuvor. Die Arbeit in den Impact-Clubs geht nun weiter. Ich sitze wieder einige Stunden vor dem PC und springe ein, wenn man mal wieder einen Fahrer braucht, da zur Zeit niemand außer mir einen Führerschein besitzt. Aber mehr davon in einer neuen Folge von ›Victors Welt‹.

Ich grüße euch aus dem Herzen Rumäniens.

Victor